Neuer Krankentransportschein

 

Mit Wirkung ab dem 1. April 2019 wird ein neues überarbeitetes Formular eingeführt. Es ist nun übersichtlicher aufgebaut und klarer gegliedert, sodass das Ausfüllen leichter wird. Das neue Formular 4 gilt zum Stichtag 1. April 2019. Bisher verwendete Vordrucke dürfen dann nicht mehr verwendet werden.

Das Ausstellungsdatum ist entscheidend für die Gültigkeit der Transportverordnungen (Muster 4, altes Formular). Enthält diese alte Verordnung ein Ausstellungsdatum bis 31.03.2019, bleibt es gültig. Für Transportscheine mit Ausstellungsdatum ab 01.04.2019 ist zwingend das neue Muster 4 zu verwenden, denn nur diese neue Verordnungsformular Muster 4 ermöglicht die ordnungsgemäße Abrechnung.

Auf dem überarbeiteten Formular 4 (Muster 4, 4.2019) sind alle auszufüllenden Felder, zum Beispiel zum Grund und zur Art der Beförderung, strukturiert angeordnet. Zudem wurde die Anzahl der Felder reduziert.

Genehmigung erforderlich?

Künftig ist auf den ersten Blick ersichtlich, ob eine genehmigungsfreie oder genehmigungspflichtige Fahrt verordnet wurde. Durch diese Neuerung kann auch der Patient schnell erkennen, ob er vor der Krankenbeförderung eine Genehmigung seiner Krankenkasse einholen muss.

Übergangsregelung für genehmigungsfreie Fahrten

Die kurzfristig eingeführte Regelung, dass bestimmte pflegebedürftige und schwerbehinderte Patienten bei Taxi- und Mietwagenfahrten keine Genehmigung ihrer Krankenkasse mehr einholen müssen, konnte aufgrund langer Vorlaufzeiten bei Krankenkassen und Transportunternehmen noch nicht berücksichtigt werden. Die gesetzliche Neuerung gilt seit Jahresbeginn und soll bei der nächsten Überarbeitung des Formulars umgesetzt werden.

Bis dahin gilt folgende Übergangsregelung: Ärzte und Psychotherapeuten kreuzen zwar weiterhin an, dass es sich um eine genehmigungspflichtige Taxi- oder Mietwagenfahrt handelt. Der Patient braucht die Genehmigung aber nicht einholen, sondern kann die Verordnung so wie sie ist bei Fahrtbeginn dem Transportdienst überreichen (siehe Infobox).

 

Infobox

Übergangsregelung für Fahrten mit Taxi oder Mietwagen bei bestimmten Patienten mit Pflegegrad oder Schwerbehinderung

Der Gesetzgeber hat mit dem Pflegepersonalstärkungsgesetz festgelegt, dass seit 1. Januar 2019 Verordnungen für Fahrten mit Taxi oder Mietwagen zu oder von ambulanten Behandlungen für Patienten

  • mit Merkzeichen „aG“, „Bl“ oder „H“ im Schwerbehindertenausweis
  • oder mit Pflegegrad 3 und dauerhafter Mobilitätsbeeinträchtigung
  • oder mit Pflegegrad 4 oder Pflegegrad 5

nicht vorab der Krankenkasse zur Genehmigung vorgelegt werden müssen.

Diese gesetzliche Regelung konnte auf dem neuen Formular zum 1. April 2019 insbesondere aufgrund langer Vorlaufzeiten bei Krankenkassen und Transportunternehmen noch nicht umgesetzt werden.

Bis zur Umsetzung dieser sogenannten Genehmigungsfiktion auf dem Formular 4 gilt folgende Übergangsregelung:

Die Kennzeichnung der entsprechenden Fahrten soll zunächst weiterhin unter der Rubrik „Genehmigungspflichtige Fahrten zur ambulanten Behandlung“ durch Ankreuzen des Feldes „Merkzeichen „aG“, „Bl“, „H“, Pflegegrad 3 mit dauerhafter Mobilitätsbeeinträchtigung, Pflegegrad 4 oder 5“ erfolgen.

Trotzdem muss die Verordnung nicht vom Patienten zur Genehmigung vorgelegt werden, sondern kann unmittelbar an den Transporteur weitergereicht werden.

Formular 4: Kurze Erläuterungen

Das neue Formular 4 ist klar strukturiert: Im oberen Formularbereich wird abgefragt, ob eine Hin- und/oder Rückfahrt verordnet wird. Bisher erfolgte dies am Ende des Formulars.

Liegt zum Beispiel ein Unfall, eine Berufskrankheit oder ein Versorgungsleiden vor, ist dies wie bisher oben auf dem Formular anzugeben. Neu ist hier aber, dass das Feld „sonstiger Schaden“ und die entsprechende Freitextzeile entfallen.

Der weitere Formularaufbau folgt den Verordnungsschritten in der Praxis:

1Grund der Beförderung
Ärzte und Psychotherapeuten können eine genehmigungsfreie oder eine genehmigungspflichtige Krankenbeförderung verordnen. Die Unterscheidung ist jetzt auf den ersten Blick ersichtlich.
2Behandlungstag/Behandlungsfrequenz und nächsterreichbare, geeignete Behandlungsstätte
  • Hier wird angegeben, an welchem Tag die Fahrt stattfinden soll (als Datum), bis voraussichtlich wann Fahrten stattfinden sollen (mit Anfangs- und Enddatum) und wie häufig pro Woche sie erforderlich sind.
  • Die Behandlungsstätte ist künftig in einem Freitextfeld anzugeben, dafür fallen die entsprechenden Ankreuzfelder weg.
3Art der Beförderung
  • Hier wird angekreuzt, wie der Patient zur medizinisch notwendigen Behandlung beziehungsweise zurückkommt.
  • Dabei kann bei „Taxi/Mietwagen“ zusätzlich angekreuzt werden, ob eine Beförderung mit dem Rollstuhl, im Tragestuhl oder liegend erfolgen soll.
  • Wird „KTW“ (Krankentransportwagen) angekreuzt, kann die medizinische Begründung direkt im folgenden Freitextfeld angegeben werden.
4Weitere Felder

Weitere Ankreuzfelder bestehen für „NAW/NEF“ (Notarztwagen / Notarzteinsatzfahrzeuge) und „RTW“ (Rettungswagen), die bei lebensrettenden Sofortmaßnahmen verordnet werden können oder wenn während der Beförderung die vitalen Funktionen aufrecht zu erhalten sind.

Im unteren Formularbereich gibt es ein Freitextfeld für sonstige Angaben. Hier können zum Beispiel Angaben zur Wartezeit des Transporteurs bei Hin- und Rückfahrt oder Angaben zu medizinisch erforderlichen Begleitpersonen gemacht werden. Auch kann angegeben werden, dass der Patient einen Rollator dabei hat oder es sich beispielsweise um einen adipösen Patienten handelt, sodass der Transportdienst dies rechtzeitig berücksichtigen kann.

Auf der Rückseite sind wie bisher Angaben durch den Transporteur und den Patienten vorgesehen.